von Boss Info Redaktion

Christian, du bist seit einigen Monaten bei Boss Info. Was prägte deinen Weg hierher und wie hast du den Einstieg erlebt?

Christian: Ich komme aus der Praxis. Vom Chauffeur über Disposition bis zum Head of IT & Digitale Transformation bei TRAVECO. Dort habe ich Digitalisierungsprojekte verantwortet und wurde Dozent bei der ASTAG für Digitalisierung und KI in Transport und Logistik. Bei Boss Info bin ich, weil ich KMU durch echte Transformation begleiten will.

Der Einstieg bei Boss Info war sehr positiv. Die Zusammenarbeit ist direkt, pragmatisch und menschlich. Entscheidungen werden schnell getroffen und man arbeitet auf Augenhöhe. Das macht vieles einfacher und schafft ein Umfeld, in dem man wirklich gestalten kann.

Bild von Ueli Boss und Team ICT

Ueli, viele Unternehmen beschäftigen sich aktuell mit Future Work. Weshalb spielt die ICT-Basis dabei eine so zentrale Rolle?

Ueli: Weil Digitalisierung heute in jedem Prozess steckt. Unternehmen wollen flexibel arbeiten, Teams sind verteilt, Daten müssen sicher und jederzeit verfügbar sein. Das funktioniert nur, wenn die ICT-Grundlage stimmt – vom Client über die Cloud bis zum Netzwerk.

Eine standardisierte, stabile IT-Basis entlastet Unternehmen: Statt sich auf heterogene, mit viel Individualaufwand zu wartende Systeme zu konzentrieren, liegt der Fokus auf der Wertschöpfung und dem Tagesgeschäft.

Welche technologischen Pfeiler benötigt ein Unternehmen, um Future Work nachhaltig und sicher aufzubauen?

Ueli: Es braucht drei zentrale Elemente:

  • moderne, zentral verwaltete Endgeräte
  • eine sichere Server- oder Cloud-Infrastruktur
  • ein geschütztes Netzwerk dazwischen

Früher wurden Anwendungen auf Terminalservern oder Citrix ausgeführt, und das Endgerät war praktisch austauschbar. Heute liegt der Fokus stark auf dem Client: M365, ERP, Zeiterfassung, Lohnsystem – alles läuft direkt auf dem Gerät, online oder kombiniert.

Bild von Ueli und Chrigu im Meeting

Wie haben sich die Erwartungen der Unternehmen in Bezug auf Flexibilität, Mobilität und Sicherheit verändert?

Ueli: Sie haben sich komplett verschoben. Unternehmen wollen ortsunabhängig, ohne Medienbrüche und mit modernen Online-Applikationen arbeiten. Gleichzeitig steigen die regulatorischen Anforderungen, besonders in Bereichen mit sensiblen Personen- oder Gesundheitsdaten.

Darum betreiben wir eine eigene Private-Cloud-Umgebungen in der Schweiz, hochredundant aufgebaut. In vielen Fällen dürfen Daten aus Compliance-Gründen gar nicht in einer Public Cloud gespeichert werden.

Daraus ergeben sich unterschiedliche Architekturen. Warum setzen viele Unternehmen heute auf hybride ICT-Modelle?

Ueli: Weil es selten eine reine Cloud- oder reine On-Prem-Welt gibt. Viele Betriebe haben lokale Produktionssysteme, Maschinenanbindungen oder Legacy-Software, die lokal betrieben werden. Gleichzeitig möchten sie die Skalierbarkeit der Cloud nutzen. Hybride Modelle verbinden beides.

Cloud, Hybrid oder On-Prem – wann macht was Sinn?

Ueli:

  • Cloud: Cloudlösungen bieten eine hohe Skalierbarkeit und eignen sich besonders für Collaboration-Tools, E-Mail-Systeme, moderne Telefonielösungen oder das schnelle Bereitstellen von Testumgebungen.
  • On-Prem: On-Prem-Infrastrukturen bleiben wichtig, wenn Produktionssysteme angebunden sind, sehr sensible Daten verarbeitet werden oder Legacy-Software im Einsatz ist, die nicht cloudfähig ist.
  • Hybrid: Hybride Architekturen bilden heute die Realität in den meisten KMU: Sie verbinden die Flexibilität der Cloud mit der Sicherheit und Kontrolle lokaler Systeme und sind gleichzeitig kosteneffizient.
Bild von Ueli und Christian

Ein zentraler Erfolgsfaktor in hybriden Umgebungen ist Sicherheit. Wie stuft ihr den Zero-Trust-Ansatz ein? Trend oder Muss?

Ueli: Ganz klar ein Muss. Jedes Gerät, jeder Standort, jeder Login wird geprüft. Wir blockieren Logins aus Regionen, die vom Kunden nicht freigegeben sind.

Christian: Technisch setzen wir stark auf Conditional Access, Zwei-Faktor-Authentifizierung und Mobile Device Management (MDM). Viele Unternehmen beginnen gerade erst damit, aber es wird einer der wichtigsten Bereiche der kommenden Jahre.

Chrigu an seinem Arbeitsplatz

Identitäten gelten als häufigster Angriffsweg. Wie schützt bossWorkplace die Nutzerinnen und Nutzer im Alltag?

Christian: Wir arbeiten mit starker Authentifizierung, Compliance-Kontrollen, klaren Rollenmodellen und Hardwareschlüsseln. Entra ID ist unsere zentrale Plattform. Dazu kommen automatisierte Richtlinien und Anomalie-Überwachung.

Der Mensch bleibt aber der grösste Risikofaktor. Schulung und Sensibilisierung sind deshalb genauso wichtig wie technische Schutzmassnahmen.

Christian, warum sind dabei Monitoring & AD Checks so wichtig?

Christian: Monitoring zeigt früh, wo Handlungsbedarf besteht. Das betrifft Updates, Geräte, Richtlinien oder Anmeldeverhalten. Besonders herausfordernd ist oft das Active Directory. Viele Unternehmen kennen weder die Anzahl ihrer Administratoren noch den Zustand ihrer Konten. Unsere AD Checks schaffen hier Klarheit und liefern konkrete Massnahmen.

Neben Sicherheit gewinnt Automatisierung an Bedeutung. Welche Bereiche profitieren im ICT-Betrieb derzeit am stärksten davon?

Christian: Vor allem die Geräteverwaltung, das Provisioning und Sicherheitsprozesse. Mit Intune können wir Geräte zentral verwalten, Updates automatisiert verteilen und Compliance sicherstellen.

Ueli: Automatisierung erhöht die Stabilität, senkt Kosten und verbessert die Reaktionszeiten. Für Unternehmen bedeutet das weniger Aufwand im Alltag und ein höheres Sicherheitsniveau.

Mit Blick nach vorn: Welche technologischen Entwicklungen werden Future Work in den nächsten Jahren besonders prägen?

Christian: Automatisierung, KI und Identitätssicherheit werden massiv zunehmen. Die Entwicklungen sind rasant.

Ueli: Wichtig bleibt dabei der Mensch. Trotz Automatisierung braucht es Leadership, Zusammenarbeit und klare Prozesse. Wir beraten unsere Kunden immer aus ihrer Perspektive: Was bringt echten Mehrwert? Welche Sofortmassnahmen gibt es?

Zum Abschluss: Welchen Rat möchtet ihr Unternehmen geben, die ihre Arbeitsmodelle modernisieren wollen?

Ueli: Starten Sie mit einer soliden ICT-Basis und modernisieren Sie schrittweise. Kleine, wirkungsvolle Massnahmen sind oft nachhaltiger.

Christian: Sicherheit von Anfang an mitdenken und Mitarbeitende sensibilisieren. Technik schützt – aber nur, wenn Menschen wissen, wie sie damit umgehen.

Möchten Sie mehr über diese spannende Thematik erfahren? Kontaktieren Sie uns oder buchen Sie jetzt unseren AD Security Check.

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