Wie hat sich die Zusammenarbeit zwischen Business Solutions und ICT verändert, und was hat Future Work damit zu tun?
Jens: Die ICT ist von Beginn an für uns ein zentraler Partner. Die Infrastruktur bestimmt die Softwarearchitektur, und umgekehrt stellt die Entwicklung Anforderungen an die Plattform: Wer greift mit welchen Mechanismen zu? Wie ist die Firewall konfiguriert? Welche Performance brauchen wir? Das sind keine Fragen, die man am Ende stellt, die müssen von Anfang an gemeinsam beantwortet werden.
Eine gute Analogie: Die Entwicklung baut das Fahrzeug, die ICT baut die Strasse. Aber die Strasse muss das Gewicht tragen, die Kapazität kennen, die Sicherheit gewährleisten. Wenn man das von Beginn an gemeinsam plant, spart man enorme Kosten.
Ob eine Lösung On-Premise oder in der Cloud läuft, entscheidet sich ebenfalls früh, und hängt von den Anforderungen ab, nicht von Trends. Ein Unternehmen mit einem einzigen Standort und klaren Zugriffsregeln fährt mit On-Premise oft günstiger. Ein global verteiltes Team mit verschiedenen Berechtigungen spricht für die Cloud. Wir hatten zum Beispiel das Projekt OLIVIA, eine Applikation zur Verwaltung von Linien des öffentlichen Verkehrs, die von verschiedenen Betreibern genutzt wird. Rechtlich mussten die Daten in der Schweiz bleiben, eine Cloud-Lösung war nicht möglich. Das Ergebnis: eine schlanke On-Premise-Infrastruktur mit einer mehrfaktorbasierten Login-Lösung des Kantons Bern.
Future Work verstärkt hier etwas, das wir schon kennen: Die Teams rücken enger zusammen, und das bereichsübergreifend: Security, Entwicklung, ICT, Datenschutz, alle sitzen früher am gleichen Tisch.